4 Tipps für Russisch-Sprechende

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Deutsch ist eine der beliebtesten Sprachen, die Russisch-Sprechende lernen. Gleichzeitig sind sie auch die größte Gruppe von Deutschlernenden. Wenn du also mit einigen Teilen der deutschen Aussprache kämpfst, bist du wahrscheinlich nicht alleine. Um dir auf die Sprünge zu helfen, findest du hier vier Tipps für Russisch-Sprechende, um deine deutsche Aussprache zu verbessern.

von Pauline Reiß

Das Russische ist mit ca. 250 Millionen Sprecher*innen die meistgesprochene Sprache der ostslawischen Sprachfamilie. Sie wird nicht nur in Russland selbst, sondern auch in anderen Ländern Osteuropas und Zentralasiens gesprochen. Aufgrund des kyrillischen Alphabets müssen russische Deutschlernende natürlich zunächst erstmal ein neues Alphabet erlernen. Manchmal, wenn man schon Englisch gelernt hat, ist man zumindest mit den Buchstaben schon vertraut.

Tipp #1: Kyrillisch vs. Latein

Eine Schwierigkeit liegt hier allerdings in Buchstaben, die es sowohl im lateinischen Alphabet, das man im Deutschen benutzt, als auch im kyrillischen Alphabet auftauchen, wie zum Beispiel der Buchstabe h. Im Deutschen wird das h entweder als h-Laut wie in Hallo ‘Привет’ oder gar nicht gesprochen wie in Wahl ‘выбор’, wo es nur für die Längung des Vokals sorgt. Im Russischen entspricht das geschriebene H dem n-Laut, sodass das H in но̀чь ‘Nacht’ als [n] gesprochen wird: [nɔ́t͡ʃʲ].* Oft ersetzen Russischsprechende den Laut [h] durch den Ach-Laut [x], sodass sie das Wort hast [xast]* statt [hast]* sprechen. Wenn du den Laut üben möchtest, empfehlen wir dir die Lektionen Raus aus dem Haus oder Haustiere.

Tipp #2: Harte Konsonanten

Zudem werden im Deutschen die drei Buchstaben d, g und b am Ende einer Silbe jeweils als  [t], [k] bzw. [p] ausgesprochen. Sie werden so als härter wahrgenommen bzw. gesprochen, da die Stimmlippen beim Sprechen nicht vibrieren und kein Stimmton produziert wird. Das Russische ist in diesem Sinne ‘weicher’, da Konsonanten immer mit vibrierenden Stimmlippen (stimmhaft) gesprochen werden. So wird aus Hund ‘собака’ [hʊnt] zunächst etwas wie [hʊnd]. Als Übung kann man erstmal versuchen, die Konsonanten t, k und p alleine und dann das Wort in zwei Schritten zu sprechen, also erst [hʊn]* und dann [t]. Die Pause sollte dann beim Üben immer kleiner werden, bis man dann [hʊnt]* spricht! 

Tipp #3: Ausnahmen bestätigen die Regel

Eine Ausnahme dieses Phänomens ist die Kombination der Buchstaben n + g wie im Wort Ring ‘кольцо́’. Der Buchstabe wird hier nicht als [k] ausgesprochen, sondern beide verschmelzen und bilden den Konsonanten [ŋ]. Genau wie beim m- und n-Laut wird für die Bildung dieses Lauts die Luft über die Nase abgegeben. Da es im Russischen diesen nicht gibt, bereitet er oft Probleme und wird in der Regel durch [ng] ersetzt. Die beiden Konsonanten verschmelzen also nicht, sondern werden getrennt voneinander gesprochen. Die Bildung ist für Deutschlernende oft erstmal nicht leicht, kann aber trainiert werden. Hierfür muss man den Mund weit öffnen und versuchen, den hinteren Teil der Zunge gegen den Gaumen zu drücken. Anschließend muss man durch die Nase ausatmen und versuchen dabei [ŋ] zu sprechen. Schaut einfach mal in der entsprechenden Übung von sylby vorbei!

Tipp #4: Vokallänge

Eine andere Schwierigkeit bieten die deutschen Vokale. Besonders der kurze o-Laut [ɔ], wie in offen ‘открытo’ und der kurze u-Laut [ʊ] wie in unten ‘внизy’. Im Deutschen kann die Wahl zwischen einem kurzen und einem langen Vokal über eine andere Bedeutung unterscheiden. Das kurze o [ɔ] wie in offen ‘открытo’ oder das lange o [oː] wie Ofen ‘печь’ machen da den bedeutenden Unterschied. Hier kann es helfen, bewusst auf die Schreibung der Wörter zu achten. In der Regel werden die Buchstaben u und o, wenn nach ihnen noch zwei Konsonanten kommen, kurz gesprochen. Wenn nur ein Konsonant oder der Buchstabe h steht, jedoch lang.

Auch wenn das Deutsche durchaus einige Schwierigkeiten bereithält, gibt es für alle auch gute Übungen, um sie zu meistern! Für alle Probleme gibt es auch Lektionen bei sylby, um genau da aushelfen zu können!

* In diesem Artikel nutzen wir die Symbole der IPA (International Phonetic Association). Das ist jene Lautschrift, die du auch in einem Wörterbuch findest, und die dir angibt, wie ein Wort auszusprechen ist. Wenn du mehr über die Lautschrift erfahren möchtest, lies gern unseren Blogbeitrag hier oder schau direkt bei der International Phonetic Association vorbei.

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Team sylby
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